Yoga in der Psychokardiologie

CardioYoga als ganzheitliche Herzfürsorge

In der Physiotherapie wird das Thema Herzgesundheit vorwiegend aus körperlicher Perspektive betrachtet. Heute wissen wir jedoch, dass Herz und Psyche eng miteinander verbunden sind: Mentale und emotionale Belastungen fördern das Stresserleben und stellen damit einen wesentlichen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Deshalb sollte Herzgesundheit ganzheitlich gedacht werden. CardioYoga eignet sich hierfür besonders gut, da es sanfte Bewegungssequenzen mit stressreduzierender Yogaatmung sowie empathiefördernden meditativen Übungen verbindet und damit insbesondere im präventiven Setting einen wertvollen Beitrag zur Herzgesundheit leistet.

Psychokardiologie ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das sich mit dem engen Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren und Herzerkrankungen beschäftigt. Sie verbindet Erkenntnisse aus der Kardiologie, Psychologie und Psychosomatik und geht davon aus, dass Herz und Psyche in einem wechselseitigen Austausch stehen. Emotionen wie Stress, Angst, Depression oder chronische Überforderung können das Herz-Kreislauf-System nachhaltig beeinflussen. So erhöhen anhaltender Stress und negative Gefühlszustände beispielsweise den Blutdruck, fördern Entzündungsprozesse und können das Risiko für Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen steigern. Umgekehrt wirken sich Herzerkrankungen häufig stark auf die psychische Gesundheit aus, etwa durch Angst vor Belastung, Leistungsabfall oder Zukunftssorgen.

Ein zentrales Anliegen der Psychokardiologie ist daher ein ganzheitlicher Behandlungsansatz. Neben medikamentöser Therapie und körperlicher Rehabilitation spielen Stressbewältigung, emotionale Stabilisierung und die Förderung eines gesunden Lebensstils eine wichtige Rolle. Patientinnen und Patienten sollen lernen, Warnsignale ihres Körpers wahrzunehmen und besser mit psychischen Belastungen umzugehen, um das Herz langfristig zu schützen.

An dieser Stelle entsteht eine sinnvolle Verbindung zum Yoga. Yoga kombiniert körperliche Übungen (Asanas), Atemtechniken (Pranayama) und Meditation und wirkt damit gleichzeitig auf Körper und Geist. Durch langsame Bewegungen und bewusste Atmung wird das vegetative Nervensystem beruhigt, Stresshormone werden reduziert und die Herzfrequenz kann sich stabilisieren. Zudem fördert Yoga Achtsamkeit und emotionale Ausgeglichenheit, was hilft, negative Gedankenspiralen zu durchbrechen. Aus psychokardiologischer Sicht kann Yoga somit eine wertvolle Ergänzung zur Prävention und Therapie von Herzerkrankungen sein, da er nicht nur das Herz stärkt, sondern auch die seelische Gesundheit unterstützt. […]

Vollständiger Artikel zu finden in der physiopraxis 4/26, Fachzeitschrift für Physiotherapeuten, Thieme Verlag